Konzerte

Passionsoratorium „Die gekreuzigte Liebe“ TWV 5:4

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Aula (Refektorium) des Klosters Wettingen
9. November 2019, 20.00 Uhr
Predigerkirche Zürich
10. November 2019, 17.00 Uhr
Katholische Kirche Binningen
29. März 2020, 17.00 Uhr
Klosterkirche Namen Jesu, Solothurn
01. April 2020, 17.30 Uhr
Klosterkirche St. Urban (Schafmattstrasse 1)
05. April 2020, 17.00 Uhr

Bild: „Christus am Kreuz“ von Albrecht Altdorfer

Werkbeschreibung

2019 wenden wir uns «Der gekreuzigten Liebe» zu, einem Passionsoratorium aus der mittleren Schaffensphase Telemanns (zum Zeitpunkt der Erstaufführung 1731 in Hamburg war Telemann 50 Jahre alt).

Das Libretto stammt von Johann Ulrich König (1688-1744), einem der am meisten gefeierten deutschsprachigen Poeten seiner Zeit. König lebte zwischen 1710 und 1716 in Hamburg, und obwohl er ab 1720 als geheimer Staatssekretär und Hofdichter August des Starken in Dresden wirkte, rissen die Kontakte zu Hamburg nicht ab. Neben Telemann belieferte er mit seinen Texten auch Reinhard Keiser (1674-1739) und andere bekannte Komponisten von geistlichen Werken.

Im ersten Teil der Passion richtet sich der Blick auf die Verfehlungen der Menschen, also auf die Gründe für Jesu Leidensweg und Tod am Kreuz, besonders stark zu sehen in den Rezitativen und Arien von Petrus, der, zerknirscht über seine Sünde der Verleugnung, an dieser Tat beinahe verzweifelt und sich in Selbstvorwürfen ergeht. Eingerahmt wird dieser Abschnitt von zwei für Telemann und seine Zeit typischen allegorischen Figuren, der andächtigen und der gläubigen Seele, die – aus einer gewissen Distanz – beobachten und kommentieren.

Zwei Chöre (Nr. 20 und Nr. 41) umschliessen den zweiten Teil, in dem die Kreuzigung Christi dominiert. Jesus selbst und die beiden allegorischen Figuren sehen darin eine Heilstat aus Liebe zu den Menschen, während sich historische Personen aus dem direkten Umfeld Jesu auf unterschiedlichste Weise zu den Geschehnissen äussern.

 Johann Ulrich Königs Libretto ist reich an Metaphern, Reizwörtern, mitunter auch an drastischen Bildern und provokanten Aussagen. All das veranlasste Telemann zu einer sensiblen, dem Text eng nachempfundenen Musik, deren Eindringlichkeit sich auch die heutigen Konzertbesucher nicht entziehen können. Ein Werk, das spannend ist und nahegeht. / rf